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Begonnen hat alles 1967 auf einem Bauernhof  und Gasthof in Pasching  bei Linz mit ganz normalen Haustieren aber die Familie Mair machte aus der Tierliebe eine „ Arche Noah“.

Als Erstes schenkte Herr Mair seiner Frau eine exotische Ente und machte aus dem Gemüsegarten einen „Entengarte“. Als Nächstes wurde eine junge Wölfin aus dem Salzburger Tiergarten aufgenommen. „Senta“ war vom Rudel ausgestoßen worden, wuchs nun mit den russischen Windhunden auf und lebte 16 Jahre lang bei Familie Mair.

Bald darauf begann eine ganz besondere Erfahrung für Geli, der Tochter von Karl und Maria Mair, die ihr ganzes Leben prägen sollte. Zwei junge Elefanten, eine davon noch ein Baby, wurden von ihren Eltern freigekauft. Die beiden in Indien geborenen  Elefanten befanden sich in einer bedauernswerten Lage. „Mary“ war ursprünglich für einen Zirkus bestimmt und bei einem Tierhändler in einen dunklen Raum eingesperrt; „ Bimbi“ das Baby war erst ein Jahr alt, beim Transport verletzt worden und war ganz abgemagert – es stand sehr schlecht um sie. Frau Mair und Geli pflegten sie und zogen sie mit Reis und Bananen auf.  Geli und Bimbi verband von da an eine ganz besondere Freundschaft.

Bimbi und Mary lebten nun mit Familie Mair und ihren Gästen und waren von Anfang an sehr menschenbezogen und anhänglich. Wenig später bekam die tierliebe Familie erneut Zuwachs – den Löwen Rumba, der ein Zimmer neben Geli bewohnte und viele Jahre bei den Mairs lebte. Nicht nur zwischen den Menschen und den exotischen Tieren gab es besondere Beziehungen, auch die Tiere lebten oftmals in ungewöhnlichen Beziehungen. So hatten fast  alle Löwinnen einen Hund als „ Mutterersatz“ und die Löwin „Simba“ die zahme Füchsin „ Puppi“ als Gefährtin. Simba und Puppi waren unzertrennlich, sie lebten, fraßen und schliefen zusammen und als die Füchsin Puppi  in hohem Alter starb, trauerte die Löwin Simba lange um ihre Gefährtin.

Zu dieser Zeit lebten auf und um den Bauern- und Gasthof Pferde, Kühe, Schweine und Hühner aber auch zwei Löwen, ein Puma, ein Ozelot, Bären, Affen,…; vom Linzer Tierschutzverein übernahm die Familie Mair noch acht Ponys, einen Esel und einen Haflinger.

All diese Tiere konnten so gerettet werden: Tiere, die unter unwürdigen Umständen lebten, die getötet werden sollten. Tiere, die niemand mehr haben wollte, weil sie zu groß oder zu teuer geworden waren oder nicht mehr in das Lebenskonzept ihrer Besitzer passten. Sie alle fanden bei Familie Mair ein neues Zuhause.

Schließlich wurde der Hof in Pasching für die stetig wachsende Tierfamilie zu klein und Familie Mair entschloss sich, einen Tiergarten zu errichten, um auch anderen Menschen, ganz besonders Kindern, die Möglichkeit zu geben, Tiere unmittelbar zu erleben und kennen zu lernen.

1973 kauften sie einen geeigneten Hof in wunderschöner Lage am Mursberg in Walding bei Linz. Damit begann für Familie Mair eine neue Aufgabe und große Herausforderung.
Es dauerte noch einige Jahre bis sie tatsächlich übersiedeln konnten und anfangs gab es eine Menge Schwierigkeiten, doch 1977 zogen sie schließlich mit fast allen Tieren nach Walding.

Allein die Raubtiere mussten noch sechs Jahre lang im Winterquartier eines Zirkusses bleiben. Nur die zahme Gepardin Laila, die bei Geli und ihren Eltern im Haus lebte, durfte von Anfang an in Walding wohnen. Laila war von einem italienischen Aristokraten zu den Maiers gebracht worden, weil sie auf die Kinder des Grafen mit Eifersucht reagierte hatte. Sie lebte in der Familie Mair so zutraulich wie ein Hund und ging an der Leine. Sie  spielte  im Landestheater in Linz in dem Stück „August, August, August“ mit und wirkte auch bei einigen Filmen mit. Sie stand gerne im Mittelpunkt und schnurrte immer freundlich. Nach einem langen, abwechslungsreichen Leben mussten sich Leilas viele Freunde 1988 von ihr verabschieden. Sie ist unvergessen und noch heute sprechen viele Besucher gerne von ihr.

1979 bekam Familie Mair schließlich die Baubewilligung für den Tiergarten und 1980 entstanden der Pferdestall und der Reitplatz.

1983 durften endlich die Raubtiere in das neu errichtete Raubtierhaus einziehen. Somit war jetzt, zur großen Freude von Geli und ihren Eltern, die ganze Tierfamilie im neuen Zuhause wieder vereint.  Seit dem Tod der Eltern von Geli Mair (Karl Mair starb 1988 und Maria Mair 1992) wird der Tiergarten mit viel Liebe und großem Einsatz von Geli weitergeführt.

In all diesen Jahren musste sich Geli und das Team des Tiergartens von einigen Tieren verabschieden, andererseits kamen immer wieder neue dazu. 1990 bekamen sie von einem Wiener Tierarzt ein Löwenpärchen. Es waren Geschwister -  in einem Zirkus geboren und dort von der Mutter nicht angenommen. Der Tierarzt nahm die Löwenbabys zu sich und zog sie auf. Sie gediehen prächtig und als sie alt genug und selbständig waren, brachte er Sie in den Tiergarten Walding. „Didi“ und „ Mitschou“ lebten sich gut ein und hatten einige schöne gemeinsame Jahre – leider starb „Didi“ 2001 und trotz zahlreicher Versuche Mitschou mit der Löwin „Elsa“ zu vergesellschaften blieb „Mitschou“ lieber alleine.
So hat fast jedes der Tiere eine besondere Geschichte.

1996 wurde die Elefantenfreianlage gebaut. Eine großzügige Anlage mit Natursteinmauer und Felsendusche,  in der  „ Bimbi“ und „Mary“ Äste zerkleinern, Sandbäder nehmen oder ganz einfach in der Sonne dösen können. Ein Jahr darauf zog die Kamelherde in ihr neues Haus, und die  Zebras bekamen Gesellschaft von drei Straußen.

1998 wurde ein Herzenswunsch von Geli erfüllt. Nach langen Bemühungen konnte das Elefantenhaus errichtet werden. Mit dem Einzug in das schöne neue Haus begannen Bimbi und Mary  leider um die Rangordnung zu streiten. Das führte zu sehr schwierigen Situationen und machte zusätzliche Umbauten notwendig um die Sicherheit für Mensch und Tier zu gewährleisten. Mit der Zeit ist wieder Friede eingekehrt  und die beiden Elefanten leben nun zufrieden nebeneinander.

2000 entstand der Kranichgarten für Kronenkraniche und seltene Hühnervögel und im Anschluss daran der Bauerngarten mit einem schattigen Ruheplatz für die Besucher. Für die herrlichen Aras, lustigen Amazonen und verschiedenen Sittiche wurde 2003 ein neues Papageienhaus mit Freianlage errichtet.

Ein  aufwändiger  Umbau konnte 2005 durchgeführt werden. Der Pferdestall wurde umgebaut und alle Pferde bekamen großzügige Boxen.

2008 wurde die Affenanlage  für die beiden Kapuziner und die Gibbon – Familie ausgebaut und die Affenfreianlagen erweitert. Die Gibbonfamilie: Mutter Chiwi, Vater, Chicco und die beiden Söhne Charly und Carlo nutzen die neue Freianlage für ihre spektakulären Turnkünste und ihre charakteristischen „ Morgengesänge“.

2010 Ausbau und Erweiterung der Innenanlagen des Affenhauses.

 2011 mussten wir von unserem 22 Jahre alten Löwen „König Mitschou“ Abschied nehmen.

 

Im März 2012 wieder ein schwerer Abschied - von unserer lieben 46 Jahren alten Elefantendame „Mary“. Sie fehlt uns allen sehr.

 

Im Sommer 2012 beginnt die Neuadaptierung der Löwenanlage. Die Löwen „ Sissy und Sepp“ kommen im Herbst 2012 aus dem Tierpark Stralsund nach Walding. Sie fühlen sich wohl und genießen den Ausblick auf ihren schönen Lärchenholzterrassen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt wieder Löwen im Tiergarten - vielen Dank allen, die uns dabei unterstützt haben- ganz besonders Frau Sissy Max-Theurer und Herr Josef Frech!

2013 Fertigstellung der Präriehundeanlage und Einzug von „Gustav, Adele, Berta und Emilie“ - die Präriehunde kommen aus der Tierwelt Herberstein/ Steiermark.

 Am 2. April 2014 mussten wir uns wegen einer unheilbaren Krebserkrankung von unserer lieben Elefantendame „ Bimbi“ verabschieden. 42 Jahre, fast ihr ganzes Leben hat sie mit uns, ganz besonders mit Geli,verbracht. Mit dem Abschied von „Bimbi“ endet die Zeit der Elefanten im Tiergarten Walding.

 Auf Grund neuer gesetzlicher Richtlinien werden keine Elefanten mehr im Tiergarten leben können.
Auf dem Gelände der Freianlage soll
ein ganz besonderer Begegnungsort für Kinder und Tiere entstehen. Viele  Spiel-, Lern- und Bewegungsangebote sollen mit eingebunden werden. Für die Zeit der Planung und bis zum Baubeginn, leben vier schottischeHochlandrinder aus der Herde von Hans Leo in der ehemaligenElefantenanlage und im Elefanten- Haus.In Erinnerung an unsere beiden lieben Elefantendamen, die mehr als 42 Jahre im Tiergarten gelebt haben und so vielen Kindern und Erwachsenen Freude bereitet haben, wollen wir die neue Anlage „Bimbi - Land“ nennen.

2015 mussten wir uns von unserem schon 23 Jahre alten Ozelot „Billy“  und von dem 20 Jahre alten Schwarzen Panther „Playboy“ verabschieden. Auch das unvergessliche Muli „Topsy“ hat uns im hohen Alter von 41 Jahre verlassen. Als  Neuzugänge 2015 dürfen wir die zwei Minischweinchen „Rudi“ und „Borsti“ begrüßen und 2016 die imposanten Trampeltiere „Shitan“ und „Ramses“.

Die Idee, Tieren in Not zu helfen und ihnen ein Zuhause zu geben, hat sich dank zahlreicher Helfer schließlich durchgesetzt. Aus dem Tiergarten ist inzwischen weit mehr geworden als eine „Arche Noah“. Er ist auch ein kleines Paradies für Menschen – ein Ort, an dem sie entspannen, zur Ruhe kommen und nachdenken können; ein Ort, an dem sie innehalten und  Augenblicke des Glücks erfahren.

Viele Besucher erleben den hautnahen Kontakt mit Tieren als etwas Besonderes; sie spüren ihre Ausstrahlung, ihre Ruhe und ihre ganz eigene Würde. Oft entsteht aus diesem Kontakt eine jahrelange Freundschaft zu einem Tier und eine innige Beziehung zu diesem kleinen Paradies auf dem Mursberg.